Richtlinien / Ablauf Eignungstest

Richtlinien Eignungstest

Die Ausbildung zum Therapiehund setzt von den Hunden einen guten Grundgehorsam und eine gute Sozialisierung voraus. Bitte beachten Sie, dass während des Tests dennoch kein Kontakt zwischen den Hunden erwünscht ist und dass die Hunde vor dem Test versäubert sind.

Zwecks Vermeidung von allfälligem Futterneid unter den Hunden, wird am Eignungstest auf die Gabe von Futter, Leckerlis o. ä. verzichtet. Umso stärker soll der Hundehalter seinen Hund anderweitig loben und ihn während des Tests stets wohlwollend behandeln.

Vom Hund und Hundehalter wird kein Unterordnungsverhalten, sondern ein Verhalten eines Familienhundes erwünscht, der eine gute, natürliche Beziehung zum Hundehalter pflegt.
Läufige Hündinnen können leider nicht zum Test zugelassen werden.

Der Eignungstest findet bei jeder Witterung im Freien (i.d.R. auf dem Parkplatz) statt. Für kälteempfindliche Hunde darf selbstverständlich eine Decke mitgebracht werden.
Im Laufe des Morgens (Prüfungssituation) gibt es eine kurze Pause für den Hund und die Hundehalter.

Nach der Mittagspause nehmen die Experten die Auswertung der Testergebnisse vor. Im direkten Anschluss wird das finale Ergebnis mit den jeweiligen Hundehaltern einzeln besprochen.

Am Eignungstest durchlaufen die Hunde und ihre Halter Situationen, welche in solcher oder ähnlicher Form später auch auf den Einsätzen vorkommen können. Die Prüfung wird daher nur von Hunden bestanden, welche alle Punkte erfüllen oder mindestens das Potential zeigen, diese unter entsprechendem Training bis zur Abschlussprüfung erfüllen zu können.

Prüfungssituationen

  1. Leinenführigkeit
    Die Teams stellen sich in zwei Gruppen parallel zueinander auf. Nacheinander läuft jeweils ein Hund an lockerer Leine durch den Durchgang. Dabei führt der Hundehalter seinen Hund jeweils einmal in der linken und einmal in der rechten Hand.
    Beim zweiten Durchgang übernimmt die Leinenführung ein Experte.
  2. Grundgehorsam mit Blickkontaktmöglichkeit zum Hundehalter
    Die Hundehalter und deren Hunde reihen sich parallel in zwei Reihen auf. Auf Kommando gehen je zwei Teams aufeinander zu und begrüssen sich. Dabei sollen die Hunde keinen Kontakt zueinander aufnehmen, sondern im Idealfall neben oder hinter den Hundehaltern platznehmen.
  3. Sozialisierung mit anderen Hunden
    Alle Hundehalter und Hunde reihen sich in einer geraden Linie auf. Die Hunde erhalten alle das Kommando «Sitz». Nacheinander laufen die Hundehalter mit Hund im Slalom um die anderen Teams durch die Reihe und zurück zum Platz.
  4. Grundgehorsam ohne Blickkontakt zum Hundehalter
    Die Teams stellen sich in zwei Gruppen parallel zueinander auf. Jeweils ein Hund wird am Kopfe der beiden Reihen zuerst vom Hundehalter abgeleint und ins «Platz» gelegt. Nun läuft der Hundehalter die halbe Strecke durch die Reihen, dreht sich um, erteilt dem Hund nochmals das Kommando «Warten», geht zum Hund zurück, nimmt diesen ins «Sitz», erteilt erneut das Kommando «Warten» und läuft dann durch die ganze Reihe. Dort bleibt der Hundehalter wortlos stehen. Auf ein Zeichen des Experten ruft der Hundehalter dessen Hund ab.
  5. Orientierung des Hundes bei unverhoffter Berührung
    Die Hundehalter und Hunde stehen verteilt auf dem Platz. Die Hunde werden in keine Position genötigt. Die Experten berühren die Hunde nacheinander unverhofft und mehrfach.
  6. Belastbarkeit bei Lärm / öffnen eines Knirpses auf Augenhöhe
    Die Experten gehen mit lärmenden Objekten zwischen den Hunden hindurch und umkreisen diese. Ebenfalls wird ein Schirm auf Hundehöhe geöffnet.
  7. Belastbarkeit bei Enge
    Jeweils ein Hund steht mit seinem Hundehalter abseits der Gruppe. Der Hund nimmt keine Fixposition ein. Nun nähern sich alle Experten gleichzeitig und von verschiedenen Seiten und kreisen das Team ein. Ein Ausweichen des Hundes nach hinten ist dabei erlaubt.
  8. Umgang mit rollendem Objekt
    Ein Experte nimmt im Rollstuhl Platz. Der Hundehalter schiebt diesen über eine kurze Strecke über den Platz, während er gleichzeitig auch den Hund an der Leine führt. Im Idealfall wird der Hund bereits hinter dem rollenden Objekt geführt.
  9. Beisshemmung
    Der Hundehalter spielt mit seinem Hund ein Zerrspiel (Stofftier, Seil…, kein Frisbee, Ball etc.!). Das Spiel soll artgerecht, möglichst bodennah stattfinden. Ein Experte gibt dem Hundehalter mit einem Begriff den «Spielunterbruch» vor. Auf dieses Kommando beendet der Hundehalter das Spiel abrupt. Dabei lässt er das Spielzeug für seinen Hund sichtbar neben oder vor den Beinen herunterhängen. Der Hund darf dabei nicht nachfassen!
  10. Belastbarkeit unter Stress und Platzfixierung
    Der Hundehalter sitzt auf einem Stuhl und platziert seinen Hund neben diesem. Die Experten nähern sich lebhaft, hüpfend und grüssen den Hundehalter per Hand.
  11. Belastbarkeit unter Bedrängung / Bedrohung von oben
    Ein Experte sitzt auf dem Boden, einer auf einem Stuhl (oder in der Hocke), und ein weiterer steht auf dem Platz. Jeder Hundehalter geht mit Hund einzeln zu jedem Experten hin. Diese fassen den Hund an, umklammern ihn von der Seite und von oben, streicheln und berühren ihn an verschiedenen Stellen (u.a. auch am Fang, Pfoten etc.). Dies geschieht in verschiedenen Intensionen (kaum spürbar bis fest).
  12. Belastbarkeit unter Provokation
    Der Hundehalter übergibt einem Experten ein Leckerli, welches sein Hund kennt. Ein Experte hält dem Hund dieses Leckerli hin, zieht seine Hand wieder zurück und verweigert dem Hund das Nehmen des Leckerlis. Dies macht er zweimal, bevor er beim dritten Mal das Leckerli dem Hund freundlich übergibt und ihn dafür lobt.

 

Kursprogramme

Ausbildungsort

Regionales Alterszentrum Tannzapfenland
Rebenacker 4 | 9542 Münchwilen