Die wedelnden Therapeuten

von Reto Bühler

Hunde schaffen wertvolle Kontakte zu Menschen. Das Regionale Alterszentrum Tannzapfenland in Münchwilen stellt für die Ausbildung von Therapiehunde-Teams geeignete Kursräume zur Verfügung.

Amigo, der zutrauliche Labrador, freut sich auf seinen Einsatz bei Elisabeth Koch, einer Bewohnerin des Alterszentrums Tannzapfenland in Münchwilen. Mit seinem Lieblingsspielzeug, einem Plüschlöwen, in der Schnauze, macht sich der Hund, der in der Ausbildung zum Therapiehund ist, mit seiner Partnerin Erika Schmidhauser auf den Weg in die Pflegeabteilung. Elisabeth Koch wartet bereits auf den Besuch des Hundeteams. Als die Seniorin Amigo erblickt, lächelt sie: «Du bisch aber en ganz en Brave.» Und sie überreicht ihm ein Leckerli. Danach folgt das Spiel mit dem Plüschlöwen.

Elisabeth Koch wirft das Spielzeug mehrmals weg, und Amigo bringt es stets wieder zurück auf ihren Schoss. Als Belohnung gibt es für den Hund ein Leckerli. So könnte dieses Spiel ewig weitergehen, wenn da nicht die Heimkatze Sweety dem ungewohnten Treiben zusehen würde. Amigo hat das Büsi entdeckt, die nach einem Augenkontakt mit dem Hund das Weite sucht. Und dann verabschiedet sich auch Amigo. «Tschüss, bis in zwei Wochen.» Elisabeth Koch freut sich schon auf das nächste Treffen mit dem sympathischen Hundeteam.

Der Hund und der Rollstuhl

Amigo ist einer derjenigen Hunde, welcher den Eignungstest zur Ausbildung zum Therapiehund bestanden hat. Bereits zum vierten Mal sind Hundeteams vom Verein Therapiehund Bodensee (siehe Kasten) zum Kursnachmittag ins Alterszentrum Tannzapfenland in Münchwilen gekommen. In der Ausbildung zum Therapieteam wird nebst der Theorie auch die Praxis geübt. An diesem Kursnachmittag wurden die sechs Hundeteams mit den Grundregeln über den Umgang mit Mobilitätshilfsmitteln wie Rollstuhl, Rollator und Gehstöcken vertraut gemacht. Bei den Übungen erhielt jede Kursteilnehmerin Gelegenheit, sich selber in die Situation eines gehbehinderten Patienten zu begeben. Auch für die Hunde war der Umgang mit den Mobilitätshilfsmitteln eine neue Erfahrung. «Erfolgserlebnisse sind wichtig, die Teams haben die Aufgaben gut gelöst», erklären die Kursleiter Armin Scheidegger und Babs Marra.

«Mit unserer Freiwilligenarbeit mit den sympathischen Hunden können wir älteren oder behinderten Menschen ihre Lebensfreude erweitern», sagen die Ausbilder. Die sozialen Fähigkeiten der Hunde vermitteln den Menschen Geborgenheit und aktive Impulse, und aus den Kontakten können wertvolle Freundschaften entstehen. «Wir sind glücklich, wenn wir mit unseren geliebten Vierbeinern den Menschen Zuneigung und Freude bereiten können», sind sich die Hundehalterinnen einig. Nach bestandener Prüfung werden sie sich mit ihren Hunden für die Mitmenschen einsetzen.

Auch Nelly Geiger und Elsi Peyer vom Alterswohnheim freuen sich über den Besuch von Denise Engeli und ihrer Mischlingshündin Laika. Die Seniorinnen sitzen auf dem roten Sofa im Aufenthaltsraum und streicheln dem Tier immer wieder über das seidenweiche Fell. Laika geniesst sichtlich die Streicheleinheiten und setzt sich fürs Fotoshooting möglichst fotogen in Pose.

Die Freizeit geniessen

«Früher besass ich auch einen Hund, einen Bläss», sagt Elsi Peyer. Sie habe in ihrem Leben viel gearbeitet, nun geniesse sie die schönen Freizeitstunden im Alterszentrum. Ihre Freundin Nelly Geiger stimmt ihr kopfnickend zu.

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